Warum deine Xbox Series X plötzlich ruckelt: Die automatische Funktion, die jeder Gamer ausschalten sollte

Wer kennt das nicht: Man steckt mitten in einem spannenden Online-Match bei der Xbox Series X oder steht kurz vor dem Endgegner einer aufwendigen Mission, und plötzlich ruckelt das Spiel, die Performance bricht ein oder die Konsole startet im schlimmsten Fall einfach neu. Der Übeltäter ist oft derselbe: automatische Updates, die im Hintergrund ihre Arbeit verrichten und dabei den Gaming-Spaß empfindlich stören. Bei der Xbox Series X und Xbox Series S von Microsoft sind diese Updates standardmäßig aktiviert, was zwar praktisch klingt, aber zu den nervigsten Unterbrechungen führen kann, die ein Gamer erleben muss.

Warum automatische Updates zum Performance-Killer werden

Microsoft hat die Xbox Series X/S mit einer intelligenten Update-Verwaltung ausgestattet, die eigentlich dafür sorgen soll, dass eure Konsole und Spiele immer auf dem neuesten Stand sind. Das Problem: Diese Automatik unterscheidet nicht immer zwischen günstigen und ungünstigen Zeitpunkten. Wenn ein größeres System-Update oder mehrere Spiel-Patches gleichzeitig heruntergeladen werden, während ihr gerade spielt, teilen sich diese Prozesse die Systemressourcen mit eurem Spiel.

Die Folgen sind vielfältig: Die CPU muss parallel zum Spielgeschehen Update-Daten verarbeiten, die Netzwerkbandbreite wird zwischen eurem Online-Match und dem Download aufgeteilt, und die SSD wird zusätzlich mit Schreibvorgängen belastet. Bei kompetitiven Multiplayer-Titeln kann das den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten, wenn plötzlich der Ping in die Höhe schießt oder Framedrops auftreten. Gerade wer Wert auf stabile Verbindungen und flüssiges Gameplay legt, sollte die Kontrolle über seine Update-Strategie selbst in die Hand nehmen.

Die versteckten Update-Einstellungen der Xbox

Viele Xbox-Nutzer wissen nicht einmal, dass sie die volle Kontrolle über ihre Update-Strategie haben. Die entsprechenden Einstellungen sind nämlich nicht gerade selbsterklärend platziert. Um zu den relevanten Optionen zu gelangen, navigiert ihr im Xbox-Menü zu Einstellungen, dann zu Allgemein, weiter zu Energieoptionen und schließlich zu Energieoptionen anpassen. Hier verbergen sich mehrere Schalter, die ihr unbedingt kennen solltet.

Die wichtigste Option trägt den Namen Meine Konsole immer aktualisieren. Wenn diese aktiviert ist, lädt eure Xbox automatisch System-Updates herunter und installiert sie, auch im Energiesparmodus oder während ihr spielt. Direkt darunter findet ihr die Einstellung für Meine Spiele und Apps immer aktualisieren, die dasselbe für eure installierte Software erledigt. Beide Optionen können unabhängig voneinander deaktiviert werden, und genau das solltet ihr auch tun, wenn ihr während intensiver Gaming-Sessions keine bösen Überraschungen erleben wollt.

Der Instant-On-Modus und seine Auswirkungen

Ein häufig übersehener Aspekt ist die Wahl zwischen dem vollständigen Energiesparmodus und dem Instant-On-Modus. Der Instant-On-Modus versetzt die Konsole in einen Standby-Zustand, in dem sie weiterhin Updates herunterlädt. Tatsächlich funktionieren automatische Updates nur dann zuverlässig, wenn die Konsole in diesem Modus läuft. Das klingt zunächst praktisch, weil die Konsole dann vermeintlich im Hintergrund aufräumt, während ihr nicht spielt. Update-Prozesse können aber noch aktiv sein, wenn ihr die Konsole aus diesem Modus heraus wieder einschaltet und direkt mit dem Spielen beginnt.

Der vollständige Energiesparmodus hingegen fährt die Xbox richtig herunter und verhindert jegliche Hintergrundaktivität. In diesem Modus werden auch keine Updates automatisch heruntergeladen. Der Nachteil: Die Startzeit verlängert sich um etwa 15 Sekunden. Für Spieler, die Wert auf stabile Performance legen und selbst bestimmen möchten, wann Updates installiert werden, ist dieser Trade-off aber absolut vertretbar. Außerdem spart ihr dadurch Strom, was auf lange Sicht eurer Stromrechnung zugutekommt.

Manuelle Update-Verwaltung für maximale Kontrolle

Wenn ihr die automatischen Updates deaktiviert habt, bedeutet das natürlich mehr Eigenverantwortung. Ihr solltet euch angewöhnen, regelmäßig manuell nach Updates zu suchen, idealerweise dann, wenn ihr sowieso nicht vorhabt zu spielen. Ein guter Zeitpunkt ist beispielsweise vor dem Schlafengehen oder wenn ihr wisst, dass die Konsole die nächsten Stunden nicht genutzt wird.

Die manuelle Prüfung startet ihr, indem ihr im Menü Meine Spiele & Apps aufruft, dann Vollständige Bibliothek auswählt und anschließend auf Updates verwalten geht. Hier seht ihr auf einen Blick, welche Spiele und Apps Updates bereitstehen haben. Ein besonderer Tipp: Ihr könnt einzelne Updates pausieren oder sogar abbrechen, falls ihr feststellt, dass ein bestimmtes Spiel gerade ein riesiges Update herunterladen will, während ihr eigentlich etwas anderes spielen möchtet.

Es ist wichtig zu wissen, dass es derzeit keine Möglichkeit gibt, automatische Updates nur für bestimmte Spiele zu aktivieren. Die Einstellungen gelten immer für alle Spiele und Apps gleichzeitig. Wer also selektiv vorgehen möchte, muss die automatischen Updates komplett deaktivieren und manuell entscheiden, welche Titel aktualisiert werden sollen. Diese Methode mag anfangs umständlich erscheinen, gibt euch aber die absolute Kontrolle über eure Konsole zurück.

Priorisierung von Downloads

Die Xbox Series X/S bietet eine nicht sofort ersichtliche Funktion zur Download-Priorisierung. Wenn mehrere Updates in der Warteschlange stehen, könnt ihr durch Drücken des Menü-Buttons auf dem Controller einzelne Downloads nach oben verschieben. Besonders nützlich ist diese Funktion, wenn ihr gleich ein bestimmtes Spiel starten wollt, das gerade aktualisiert wird, während gleichzeitig noch fünf andere Spiele Updates herunterladen. So müsst ihr nicht warten, bis alle anderen Downloads abgeschlossen sind, sondern könnt gezielt das priorisieren, was ihr jetzt braucht.

Netzwerkbandbreite clever einteilen

Ein weiterer oft ignorierter Aspekt sind die Netzwerk-Einstellungen selbst. Zwar bietet die Xbox keine direkte Bandbreitenbegrenzung für Updates, aber ihr könnt über eure Router-Einstellungen Quality of Service konfigurieren, um Gaming-Traffic zu priorisieren. Moderne Router erlauben es, bestimmten Geräten oder Diensten Vorrang im Netzwerk zu geben. Wenn ihr eurer Xbox für Gaming-Traffic höchste Priorität gebt, kann das System Updates automatisch drosseln, sobald intensive Online-Aktivitäten erkannt werden.

Diese Konfiguration erfordert zwar einen kurzen Ausflug in die Router-Einstellungen, zahlt sich aber durch deutlich stabilere Online-Erlebnisse aus. Die meisten modernen Router von Herstellern wie Fritzbox, Netgear oder Asus haben entsprechende Menüpunkte in ihren Benutzeroberflächen. Eine kurze Suche nach eurem Router-Modell plus dem Begriff Quality of Service liefert meist hilfreiche Anleitungen.

Spezialfälle und Ausnahmen beachten

Nicht alle Updates sind gleich. Manche System-Updates enthalten wichtige Sicherheitspatches oder beheben kritische Fehler. Microsoft kennzeichnet solche Updates manchmal als obligatorisch, und in diesen Fällen habt ihr keine Wahl. Die Installation muss durchgeführt werden, bevor ihr weiterspielen könnt. Diese Updates sind aber zum Glück selten und werden meist im Voraus angekündigt.

Bei Multiplayer-Spielen kommt noch eine weitere Ebene hinzu: Oft könnt ihr nicht online spielen, wenn euer Spiel nicht die aktuellste Version hat. Die Entwickler erzwingen das Update, um sicherzustellen, dass alle Spieler auf demselben Stand sind. In solchen Fällen hilft auch die deaktivierte automatische Update-Funktion nicht weiter. Ihr müsst das Update installieren, um Zugang zu den Online-Features zu erhalten. Gerade bei beliebten Titeln wie Call of Duty, FIFA oder Fortnite sind regelmäßige Updates die Regel, nicht die Ausnahme.

Praktische Routine für Update-bewusste Gamer

Die ideale Vorgehensweise kombiniert Kontrolle mit Pragmatismus. Deaktiviert die automatischen Updates für beide Kategorien, also System und Spiele. Richtet euch dann einen festen Rhythmus ein, etwa zweimal pro Woche, an dem ihr manuell nach Updates sucht. Am besten eignet sich dafür ein Zeitpunkt, zu dem ihr ohnehin gerade die Konsole einschaltet, aber noch nicht direkt ins Spielgeschehen einsteigen wollt.

Startet den Update-Check, schaut, was ansteht, und entscheidet bewusst, was ihr jetzt installieren wollt und was warten kann. Ein Spiel, das ihr seit Monaten nicht mehr angefasst habt, muss nicht sofort aktualisiert werden. Konzentriert euch auf die Titel, die ihr aktuell aktiv spielt oder in den nächsten Tagen spielen wollt. Diese selektive Herangehensweise spart nicht nur Bandbreite, sondern auch Speicherplatz auf eurer SSD, der bei der Xbox Series S mit ihren 512 Gigabyte besonders wertvoll ist.

Mit diesen Anpassungen gehören überraschende Performance-Einbrüche und unerwartete Neustarts mitten im Spiel der Vergangenheit an. Eure Xbox arbeitet dann nicht mehr gegen euch, sondern genau so, wie ihr es von einer modernen Gaming-Konsole erwarten dürft: zuverlässig und ohne unliebsame Überraschungen genau im falschen Moment. Die paar Minuten, die ihr investiert, um die Einstellungen anzupassen, zahlen sich durch ein deutlich angenehmeres Gaming-Erlebnis aus.

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