Deine Hecke stirbt langsam ab wegen diesem einen fatalen Fehler beim Schneiden den 97% aller Hobbygärtner machen

Wenn sich der Hebel einer Heckenschere mühsam bewegt und die Klingen Zweige mehr zerdrücken als schneiden, liegt kein Zufall vor, sondern ein typischer physikalischer Effekt: Kantenverschleiß durch Mikroverformung. Die beim Schneiden entstehenden Kräfte belasten die Schneiden ungleichmäßig, vor allem dort, wo Harz, Feuchtigkeit und feine Partikel den Reibungskoeffizienten erhöhen. Das Resultat sind stumpfe, ausgefranste Schnittkanten – und Pflanzen, deren Gewebe unter Stress reagiert.

Was wie ein kleiner Wartungsmangel wirkt, kann erhebliche Folgen haben: Eine stumpfe Heckenschere erhöht die Infektionsgefahr der Pflanzen, verlangt mehr Muskelkraft und verkürzt die Lebensdauer des Werkzeugs drastisch. Dennoch greifen viele Hobbygärtner saisonübergreifend zur ungeschärften Schere, ohne zu wissen, dass der dabei entstehende Schaden die Pflegearbeit des ganzen Jahres untergräbt.

Die Problematik beginnt oft unbemerkt: Der erste Schnitt im Frühjahr fühlt sich noch akzeptabel an, doch bereits nach wenigen Metern Hecke spürt man den erhöhten Widerstand. Die Arme ermüden schneller, die Bewegungen werden unsauberer, und die Pflanze selbst zeigt binnen Wochen erste Stresssymptome. Braune Ränder an den Schnittstellen, verzögerter Austrieb oder unregelmäßiges Wachstum – all das sind stille Zeichen dafür, dass das Werkzeug seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen ist.

Doch das Problem reicht tiefer als nur in die oberflächliche Betrachtung von Komfort und Optik. Die Qualität des Schnitts bestimmt unmittelbar, wie schnell und effektiv sich eine Pflanze regenerieren kann. Während ein sauberer Schnitt die natürlichen Heilungsprozesse der Pflanze unterstützt, zwingt ein gequetschter Schnitt die Pflanze zu einem Kampf gegen mechanische Verletzung und biologische Bedrohung zugleich. Die Folgen dieses Kampfes bleiben oft monatelang sichtbar – und die Ursache liegt in einem simplen Versäumnis: dem Verzicht auf regelmäßige Werkzeugpflege.

Wer seine Heckenschere nie schärft, arbeitet nicht nur ineffizient, sondern schadet aktiv dem gesamten Gartenökosystem. Jeder unsaubere Schnitt ist eine Einladung an Krankheitserreger, jede gequetschte Schnittstelle ein potenzieller Infektionsherd. Was als Zeitersparnis erscheint – das Überspringen der Wartung – rächt sich in Form von mehr Pflegeaufwand, höherem Pflanzenschutzmitteleinsatz und letztlich auch durch den vorzeitigen Ersatz des gesamten Werkzeugs.

Warum stumpfe Schneiden Pflanzengewebe zerstören und Infektionen fördern

Der Unterschied zwischen einem sauberen und einem gequetschten Schnitt lässt sich im Mikroskop klar erkennen. Eine scharfe Klinge trennt Zellschichten glatt, wodurch sich die Leitbahnen der Pflanze rascher versiegeln können. Bei einem stumpfen Schnitt hingegen wird das Gewebe zerdrückt, xylematische Fasern reißen, und an der Schnittstelle bildet sich eine unregelmäßige Oberfläche, die Feuchtigkeit speichert. In dieser mikroskopisch rauen Umgebung siedeln sich Bakterien und Pilzsporen an – häufige Vorläufer von Blattbräune, Monilia oder Botrytis.

Das Problem ist doppelt: mechanisch und biologisch. Mechanisch, weil der Anwender mehr Druck auf das Werkzeug ausüben muss, was wiederum die Gelenke der Schere und die Muskeln des Benutzers belastet. Biologisch, weil jede verletzte Zone eine Eintrittspforte für Krankheitserreger bleibt. Langfristig führt dieser Teufelskreis zu einem merklichen Rückgang der Vitalität ganzer Heckenabschnitte.

Die Pflanze reagiert auf einen unsauberen Schnitt mit Stressreaktionen, die weit über die unmittelbare Wunde hinausgehen. Hormone werden ausgeschüttet, die eigentlich der Abwehr von Fraßfeinden dienen. Ressourcen, die für Wachstum und Blütenbildung vorgesehen waren, werden umgeleitet in die Notfallreparatur beschädigter Gewebe. Das Resultat: schwächeres Wachstum, anfälligere Pflanzen und eine Hecke, die nie ihr volles ästhetisches Potenzial erreicht.

Hinzu kommt, dass gequetschte Schnittstellen deutlich länger offenbleiben. Während eine saubere Wunde binnen Stunden eine Schutzschicht ausbildet, können unsaubere Schnitte tagelang offen bleiben und dabei kontinuierlich Feuchtigkeit verlieren. Dieser Wasserverlust schwächt nicht nur den unmittelbar betroffenen Trieb, sondern belastet das gesamte Wasserhaushaltsystem der Pflanze.

Das Schärfen einer Heckenschere richtig verstehen – Physik, Material und Technik

Schärfen ist keine chaotische Bewegung mit einer Feile; es ist ein kontrollierter Mikroabtrag auf einer schräg geschliffenen Ebene. Die richtige Schleiftechnik hängt von drei Faktoren ab: Stahltyp, Schleifwinkel und Werkzeugzustand. Bevor man jedoch zur Feile greift, lohnt sich ein Blick auf die Materialkunde – denn nur wer versteht, womit er arbeitet, kann die richtigen Entscheidungen treffen.

Der Stahl als Ausgangspunkt

Die meisten modernen Heckenscheren bestehen aus kohlenstoffhaltigem Werkzeugstahl, oft mit einer Legierung aus Chrom oder Molybdän. Diese Kombination ermöglicht hohe Härte bei gleichzeitig ausreichender Zähigkeit. Deshalb darf man die Schneide nicht mit zu grobem Abtrag bearbeiten. Jede Überhitzung beim Schleifen führt zur Entkohlung der Oberfläche – und in Sekunden verliert das Metall genau jene Härte, die es schneiden lässt.

Der Kohlenstoffanteil im Stahl bestimmt maßgeblich die Schneidfähigkeit. Zu wenig Kohlenstoff, und die Schneide verformt sich bereits bei mäßigem Druck. Zu viel, und das Material wird spröde und bricht bei Belastung. Die Legierungselemente wie Chrom erhöhen die Korrosionsbeständigkeit und stabilisieren die Karbidstruktur – jene mikroskopisch kleinen, harten Partikel, die für die eigentliche Schneidwirkung verantwortlich sind.

Wer seine Schere beim Schärfen zu stark erhitzt – etwa durch zu schnelles Arbeiten mit einer elektrischen Schleifmaschine – riskiert nicht nur Anlassfarben auf der Oberfläche, sondern eine tiefgreifende Veränderung der Metallstruktur. Die Härte sinkt, die Schneide wird weich, und binnen kürzester Zeit ist sie erneut stumpf. Deshalb gilt: lieber langsam und kühl arbeiten als schnell und heiß.

Der Schleifwinkel

Ein häufiger Fehler: Der Winkel wird nach Gefühl gewählt. Physikalisch betrachtet bestimmt der Winkel den Kompromiss zwischen Schneidleistung und Standzeit. Für die meisten Heckenscheren hat sich ein mittlerer Bereich als praktikabel erwiesen, der sich an der ursprünglichen Werkseinstellung orientiert. Zu flache Winkel ergeben zwar eine sehr scharfe Schneide, die jedoch bei härterem Material schnell ausbricht. Zu steile Winkel machen die Schneide robust, aber sie schneidet nicht mehr präzise, sondern schiebt und quetscht das Material.

In der Praxis empfiehlt es sich, den bereits vorhandenen Winkel der Fase beizubehalten und diesen lediglich nachzuarbeiten. So bleibt die vom Hersteller vorgesehene Balance zwischen Schärfe und Stabilität erhalten. Wer experimentieren möchte, sollte dies nur an alten oder bereits beschädigten Werkzeugen tun – nicht an der Hauptschere für die Saison.

Die Geometrie der Schneide beeinflusst nicht nur die unmittelbare Schneidleistung, sondern auch das Langzeitverhalten. Eine korrekt gewinkelte Klinge verteilt die Belastung gleichmäßig über die gesamte Schneidkante. Eine falsch geschliffene Klinge konzentriert die Kraft auf einzelne Punkte, was zu schnellerem Verschleiß und ungleichmäßiger Abstumpfung führt. Das Resultat: Die Schere schneidet an manchen Stellen gut, an anderen gar nicht – ein Zustand, der nur durch vollständiges Nachschleifen korrigiert werden kann.

Das richtige Werkzeug

Statt Maschinen genügt meist eine Feile aus gehärtetem Stahl oder ein Abziehstein mittlerer Körnung. Wichtig ist, dass die Schärfrichtung konstant der vorhandenen Fase folgt – meist nur auf einer Seite. Schärfen in beiden Richtungen zerstört die Geometrie der Klinge; sie „tanzt“ dann beim Schneiden und schabt mehr, als sie trennt.

Nach jedem Schleifdurchgang sollte eine feine Gratbildung spürbar sein. Dieser winzige Metallgrat wird abschließend entfernt, indem man die Rückseite flach über einem feinen Stein abzieht. Erst dann erreicht der Stahl seine volle Schärfe.

Die Wahl der Feile ist nicht trivial. Eine zu weiche Feile gleitet wirkungslos über den gehärteten Stahl, eine zu grobe hinterlässt tiefe Riefen, die die Schneidkante schwächen. Für die meisten Heckenscheren eignet sich eine Flachfeile mit Hieb 2 oder 3 – fein genug für präzisen Abtrag, grob genug für effizientes Arbeiten. Abziehsteine sollten vor Gebrauch leicht angefeuchtet werden, um ein Zusetzen der Poren zu verhindern und den Metallabrieb zu binden.

Wann das Schärfen zu spät kommt

Auch das beste Metall verliert irgendwann seine Integrität. Risse entlang der Schneidkante, tiefe Einkerbungen oder Korrosionsstellen sind Anzeichen für strukturellen Schaden. Wer in solchen Fällen weiter schärft, entfernt zu viel Material und schwächt das Blatt. Eine Regelmäßigkeit im Wartungszyklus ist daher entscheidend: lieber öfter minimal abziehen, statt selten aggressiv Material abtragen.

Ein unterschätzter Faktor ist Harzablagerung. Baumharze härten beim Kontakt mit Luft aus und bilden eine polierte Schicht, die wie Schleifpaste wirkt. Sie stumpft Klingen selbst dann ab, wenn kein Metall zerreißt. Vor dem Schärfen sollte die Schere daher immer mit Spiritus oder alkoholhaltigem Reiniger entfettet werden. So schleift man Metall und kein Harz.

Die regelmäßige Inspektion der Schneiden sollte zur Routine werden. Bereits kleine Scharten oder Ausbrüche sind Warnsignale, die nicht ignoriert werden dürfen. Was heute noch mit wenigen Feilstrichen korrigiert werden kann, erfordert morgen möglicherweise professionelle Hilfe oder gar den Austausch der gesamten Klinge. Vorbeugen ist hier nicht nur günstiger, sondern auch deutlich zeitsparender.

Besonders tückisch ist Flugrost, der sich in feuchten Lagerzeiten auf den Klingen absetzt. Er wirkt wie feinstes Schleifpapier und trägt bei jedem Schnitt mikroskopisch kleine Mengen Metall ab. Wer seine Schere über den Winter ungeschützt im Gartenhaus lagert, findet sie im Frühjahr oft deutlich stumpfer vor als beim Einlagern – selbst wenn sie kein einziges Mal benutzt wurde.

So schärfst du deine Heckenschere Schritt für Schritt mit maximaler Präzision

Die Praxisphase entscheidet über das Resultat. Die folgende Vorgehensweise gilt für handbetriebene Scheren; elektrische Heckenscheren verlangen teilweise andere Sicherheitsvorkehrungen und sollten immer vom Stromnetz getrennt sein, bevor Wartungsarbeiten beginnen.

  • Reinigung und Prüfung: Entferne groben Schmutz, Harz und Rost. Überprüfe Drehpunkt, Schrauben und Blattverformung. Verwende dafür alkoholhaltige Reiniger oder spezielle Harzbentferner, die Rückstände vollständig lösen.
  • Fixierung: Spanne die Schere leicht geöffnet in einen Schraubstock mit Gummieinlagen, um Kratzer zu vermeiden. Die Schneide sollte nach oben zeigen und gut zugänglich sein.
  • Schleifbewegung: Führe die Feile in einem gleichmäßigen Zug über die Fase, von der Basis bis zur Spitze. Immer in Schneidrichtung, nicht hin und her. Der vorgegebene Anstellwinkel muss dabei möglichst exakt eingehalten werden, um eine gleichmäßige Schneidengeometrie zu gewährleisten.
  • Gratkontrolle: Wenn auf der Rückseite ein feiner Grat spürbar ist, wurde genug Material abgetragen. Dieser Grat ist der Beweis dafür, dass die neue Schneide bis zur äußersten Kante reicht.
  • Abziehen: Entferne den Grat auf einem feinen Stein durch leichtes Streichen flach über die Rückseite. Arbeite vorsichtig, um die Fase nicht zu beschädigen.
  • Pflege: Trage nach dem Schärfen ein dünnes Öl auf, um Oxidation zu verhindern und Beweglichkeit zu sichern. Spüle das Werkzeug gründlich in warmem Wasser und behandle es anschließend mit Pflegeöl.

Diese Routine dauert bei guter Pflege weniger als zehn Minuten, spart aber Wochen an verschwendeter Muskelkraft. Wer die Schere nach jedem größeren Einsatz kurz durchsieht und bei Bedarf minimal nachschärft, verhindert, dass sich größere Schäden aufbauen. Prävention ist hier der Schlüssel zu dauerhafter Funktionsfähigkeit.

Die Nachkontrolle sollte nicht fehlen: Nach dem Schärfen die Schere vorsichtig schließen und den Lauf der Klingen beobachten. Sie sollten gleichmäßig und ohne Widerstand gleiten, sich an keiner Stelle verhaken oder knirschen. Ein Testschnitt an einem dünnen Zweig zeigt sofort, ob die Arbeit erfolgreich war – eine scharfe Schere trennt mühelos, ohne den Zweig zu verdrehen oder zu quetschen.

Wie regelmäßiges Schärfen die Lebensdauer deiner Hecke verlängert

Die Wirkung eines präzisen Werkzeugs auf die Vegetation ist messbar: Saubere Schnitte ermöglichen es den Pflanzen, ihre Leitgefäße schneller zu verschließen und so Wasserverluste zu minimieren. Weniger Austrocknung bedeutet stabileres Wachstum – und resiliente Pflanzen brauchen weniger chemische Pflege. Die Qualität des Schnitts beeinflusst direkt, wie schnell und effektiv eine Pflanze ihre Wundheilung einleiten kann.

Darüber hinaus beeinflusst die Qualität des Schnitts direkt die Symmetrie und Dichte der Hecke. Stumpfe Klingen reißen Triebe aus, beschädigen das umliegende Gewebe und führen zu unregelmäßigem Austrieb. Ein scharfer Schnitt, ausgeführt mit gleichmäßigem Winkel, fördert stattdessen ein homogenes Regenerationsmuster: Die Pflanze erkennt die saubere Schnittfläche als kontrollierten Eingriff und reagiert mit gezieltem Neuaustrieb.

Die langfristigen Effekte werden oft unterschätzt. Eine Hecke, die Jahr für Jahr mit stumpfem Werkzeug geschnitten wird, altert schneller und zeigt deutliche Vitalitätsverluste. Kahle Stellen, die sich nicht mehr schließen, sind häufig die Folge akkumulierter Mikroschäden. Umgekehrt zeigen Hecken, die stets mit scharfem Werkzeug gepflegt werden, auch nach Jahrzehnten noch dichte, gleichmäßige Strukturen.

Ein weiterer Aspekt ist die Anfälligkeit gegenüber Extremwetter. Pflanzen mit sauberen Schnittwunden können Hitzeperioden und Frostphasen besser überstehen, da ihre Energiereserven nicht durch permanente Reparaturarbeiten aufgezehrt werden. Gesunde Triebenden sind widerstandsfähiger, flexibler und regenerieren sich nach Belastungen deutlich schneller.

Sicherheitsaspekte, die oft unterschätzt werden

Eine stumpfe Heckenschere zwingt zur Kraftanwendung, was Schulter- und Handgelenke belastet. Die erhöhten Kontaktkräfte zwischen den Blättern können unkontrolliert abrutschen lassen – eine der häufigsten Ursachen für Gartenverletzungen. Mit scharfen Klingen dagegen lässt sich der Schnitt kontrollierter führen. Wer zusätzlich Handschuhe mit rutschfester Oberfläche und eine richtig eingestellte Federmechanik nutzt, reduziert die Unfallgefahr erheblich.

Ein oft übersehener Aspekt ist das Schmieren des Gelenkpunkts. Ohne Schmierung entstehen Reibungshitze und Mikropartikelabrieb. Diese Metallpartikel setzen sich an den Schneiden ab und erzeugen mikroskopische Kerben – also wieder Stumpfheit. Ein Tropfen Öl nach jedem Einsatz verlängert nicht nur die Lebensdauer, sondern bewahrt auch die Präzision über die gesamte Saison.

Die ergonomische Komponente wird oft vernachlässigt. Wer mit stumpfem Werkzeug arbeitet, kompensiert den erhöhten Widerstand durch ungünstige Körperhaltungen. Der Rücken wird runder, die Schultern hochgezogen, die Handgelenke überstreckt. Diese Fehlhaltungen können zu chronischen Beschwerden führen, die weit über den Gartenbereich hinaus spürbar sind. Eine scharfe Schere ermöglicht dagegen eine aufrechte, entspannte Arbeitshaltung, die auch bei längerem Einsatz keine Probleme bereitet.

Auch die psychologische Sicherheit spielt eine Rolle: Wer seinem Werkzeug vertraut, arbeitet konzentrierter und aufmerksamer. Unsichere Werkzeuge führen zu Hektik, Unachtsamkeit und erhöhter Fehlerquote. Eine gut gewartete, vertraute Schere ist nicht nur ein mechanisches Hilfsmittel, sondern ein Partner in der Gartenarbeit, der Vertrauen und Sicherheit vermittelt.

Die entscheidende Verbindung zwischen Schärfe, Ergonomie und Energieverbrauch

Schärfe ist kein Selbstzweck, sondern eine Frage der Energieeffizienz. Beim Schneiden wird mechanische Arbeit in Verformungsenergie umgesetzt. Eine scharfe Schneide reduziert den erforderlichen Kraftaufwand erheblich – die aufgewendete Muskelkraft sinkt, und die Bewegung bleibt kontrolliert. In der Praxis heißt das: besserer Schnitt, weniger Ermüdung, geringer Verschleiß.

Diese Effizienz wirkt sich auch auf den psychologischen Rhythmus der Gartenarbeit aus. Wer mit leicht gleitenden Klingen arbeitet, findet einen gleichmäßigen Bewegungsfluss, der Konzentration und Präzision fördert. Schlechte Werkzeuge behindern nicht nur mechanisch, sondern stören auch das natürliche Arbeitsgefühl – ein unterschätzter Faktor, wenn mehrere Stunden an der Hecke verbracht werden.

Die Ermüdung setzt bei scharfem Werkzeug deutlich später ein. Studien zur Arbeitsergonomie zeigen, dass die Reduzierung des benötigten Kraftaufwands die Arbeitsdauer ohne Qualitätsverlust erheblich verlängern kann. Wer weniger Kraft aufwenden muss, kann länger konzentriert arbeiten und erzielt gleichmäßigere Ergebnisse. Das gilt nicht nur für professionelle Gärtner, sondern genauso für Hobbyanwender, die ihre Freizeit im Garten verbringen.

Hinzu kommt der Aspekt der Freude an der Arbeit. Gartenarbeit soll nicht zur Qual werden, sondern Erfüllung bringen. Ein Werkzeug, das mühelos funktioniert, verwandelt eine lästige Pflicht in eine befriedigende Tätigkeit. Die Hecke formt sich unter den Händen, der Schnitt gelingt präzise, und am Ende steht ein sichtbares, ästhetisch ansprechendes Ergebnis – das ist der Unterschied, den scharfes Werkzeug macht.

Fachgerechte Aufbewahrung verhindert erneute Abstumpfung

Selbst frisch geschärfte Schneiden verlieren binnen Wochen an Qualität, wenn sie falsch gelagert werden. Metall ist empfindlich gegenüber Luftfeuchtigkeit und Säuren aus Holzgriffen. Am besten bewahrt man die Schere in leicht geöffneter Stellung an einem trockenen Ort auf, idealerweise separat von anderen Werkzeugen, um Kontaktkorrosion zu vermeiden. Silikonöl schützt zuverlässig vor Oxidation und bildet keine klebrige Schicht.

Die Lagerung über den Winter verdient besondere Aufmerksamkeit. In unbeheizten Schuppen oder Garagen schwankt die Luftfeuchtigkeit stark, und Kondenswasser kann sich auf kalten Metalloberflächen niederschlagen. Eine einfache Lösung: Die Schere in Zeitungspapier einwickeln oder in einem mit Silikapackungen bestückten Behälter aufbewahren. Das bindet überschüssige Feuchtigkeit und hält die Klingen trocken.

Auch die Position bei der Lagerung ist relevant. Werden Scheren mit geschlossenen Klingen aufgehängt, entsteht Druck auf die Schneidkanten, der zu minimalen Verformungen führen kann. Besser ist es, die Schere leicht geöffnet und flach liegend zu lagern, sodass keine dauerhafte mechanische Belastung auf den Klingen lastet. Wer absolute Präzision will, legt vor der Saison ein leichtes Schleifprotokoll an: Datum, Anzahl der Schleifzüge, verwendete Körnung. So lässt sich die Materialabtragung kontrollieren, und jede Klinge bekommt denselben Pflegestatus – ein Prinzip, das Profis aus Baumschulen längst anwenden.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Bei hochwertigen, besonders gehärteten Modellen kann falsches Schärfen teure Fehler verursachen. Wenn die Fase asymmetrisch wird oder die Blätter nicht mehr exakt aufeinanderliegen, hilft nur das Nachjustieren durch einen Werkzeugschleifer. Das ist günstiger, als viele denken: Eine fachmännische Nacharbeit kostet kaum mehr als ein Ersatzgriff, aber stellt die exakte Werkseinstellung wieder her.

Profis prüfen nicht nur die Schärfe, sondern auch den Pressdruck und die Blattparallelität. Beides ist entscheidend, wenn dünne Triebe geschnitten werden, die bei minimalem Spalt sofort verrutschen. Für ambitionierte Hobbygärtner ist daher ein jährlicher Kontrollschliff ein sinnvolles Investment.

Besonders bei elektrischen Heckenscheren mit beidseitig geschliffenen Messern ist Vorsicht geboten. Diese erfordern spezielle Schleiftechniken und oft auch professionelle Ausrüstung. Ein Fehler kann hier nicht nur die Schneidleistung beeinträchtigen, sondern auch die Balance des gesamten Schneidwerks stören, was zu erhöhtem Verschleiß und sogar Motorschäden führen kann. Ein weiterer Grund für professionelle Wartung ist die Überprüfung der gesamten Mechanik. Gelenkpunkte, Federsysteme und Arretierungen unterliegen ebenfalls Verschleiß und sollten regelmäßig kontrolliert werden. Ein Fachmann erkennt frühzeitig Schwachstellen und kann präventiv eingreifen, bevor größere Schäden entstehen.

Der versteckte ökologische Wert scharfer Werkzeuge

Ein sauberes Schnittwerkzeug schont nicht nur Pflanzen, sondern spart Ressourcen. Stumpfe Klingen erhöhen die Arbeitszeit, lassen Batteriemodelle schneller entladen und steigern den Verschleiß an mechanischen Komponenten. Jedes Nachladen, jeder Ersatz von Teilen bedeutet zusätzlichen Material- und Energieverbrauch. Präventive Wartung ist also eine ökologische Handlung im Kleinen.

Hinzu kommt: Wer seine Schere regelmäßig schärft und pflegt, verlängert die Nutzungsdauer um Jahre und vermeidet Neuanschaffungen – ein stiller Beitrag zur Reduzierung von Metall- und Kunststoffabfall. Die Produktion neuer Werkzeuge verbraucht erhebliche Mengen Energie und Rohstoffe, von der Stahlherstellung über die Verarbeitung bis zur Verpackung und zum Transport.

Auch der reduzierte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein ökologischer Gewinn. Gesunde Pflanzen mit sauberen Schnittwunden benötigen weniger chemische Unterstützung gegen Pilze und Bakterien. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geldbörse und die Gesundheit des Gärtners und seiner Familie.

Die Gesamtbilanz ist eindeutig: Ein gut gewartetes Werkzeug ist nicht nur wirtschaftlich

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Ich wusste nicht dass man das muss

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