Der gefährlichste Gegenstand in Ihrer Küche ist nur 10 cm lang – was sich zwischen den Klingen Ihres Schälers wirklich versteckt

Der glänzende Metallkörper eines Kartoffelschälers suggeriert Sauberkeit, Präzision und Zuverlässigkeit – ein Werkzeug, das Tag für Tag funktioniert, ohne Beachtung zu verlangen. Doch gerade diese Selbstverständlichkeit ist der Grund, warum sich in kaum einem anderen Küchenutensil so hartnäckig Mikroverunreinigungen ansammeln. In den winzigen Zwischenräumen zwischen Klinge und Halterung lagern sich Stärkepartikel, Fasern und mikroskopisch kleine Speisereste ab, die unter normalen Reinigungsgewohnheiten selten vollständig entfernt werden.

Was zunächst harmlos erscheint, entwickelt sich über Wochen zu einem unsichtbaren Biotop: ein Nährboden, auf dem Bakterien gedeihen, sich vermehren und unangenehme Gerüche verursachen. Viele dieser Mikroorganismen sind zwar nicht unmittelbar pathogen, beeinflussen aber das hygienische Gleichgewicht der Küche und können Kreuzkontaminationen fördern. Das Problem ist nicht die Existenz dieser Keime, sondern die Nachlässigkeit, mit der ein Werkzeug behandelt wird, das unmittelbar mit rohen Lebensmitteln in Kontakt kommt.

Die Kontamination beginnt bereits beim Kontakt mit der Kartoffeloberfläche selbst. Forschungen zur bakteriellen Nassfäule zeigen, dass Erreger wie Dickeya-Bakterien durch natürliche Öffnungen oder Verletzungen in die Knolle eindringen können, was bedeutet, dass die äußere Schale der Kartoffel bereits eine potenzielle Quelle für Mikroorganismen darstellt. Wenn Schäler nach dem Gebrauch nicht sofort und gründlich gereinigt werden, können diese Kontaminanten zwischen den Klingenteilen verbleiben und sich dort vermehren.

Warum sich Stärkereste so hartnäckig an den Klingen festsetzen

Kartoffeln enthalten je nach Sorte zwischen 16 und 22 Prozent Stärke, die bei Kontakt mit Wasser zu einer klebrigen Paste wird. Beim Schälen löst sich diese Paste mikroskopisch fein von der Oberfläche der Knolle und gelangt zwischen die beweglichen Klingenmechanismen des Schälerkopfs. Dort trocknet sie in Schichten und bildet eine stabile Matrix aus Amylose und Amylopektin – zwei Polysacchariden, die unter Hitzeeinwirkung fest verkleben.

Die Folge: Selbst unter heißem Wasser bleibt dieser Film haften und bietet durch seine leicht poröse Struktur ideale Haftbedingungen für Bakterien wie Bacillus subtilis oder Pseudomonas fluorescens. Diese Mikroorganismen bevorzugen feuchte Umgebungen mit organischen Rückständen, und die feinen Spalten einer Schälerklinge stellen genau das bereit.

Besonders kritisch sind Modelle mit feststehendem Klingengehäuse und engem Abstand zwischen Metallteilen. Dort können sich Biofilme entwickeln – dünne, kaum sichtbare Schichten aus Mikroorganismen, die durch Schleimproteine stabilisiert werden. Einmal gebildet, lassen sie sich nicht mehr allein durch Abspülen entfernen.

Die Problematik wird verschärft, wenn man bedenkt, dass Kartoffeln häufig mit Bodenrückständen in die Küche gelangen. Die bereits erwähnte Forschung zu Dickeya-Bakterien zeigt, dass Infektionen besonders während der Lagerung auftreten können, was bedeutet, dass selbst optisch saubere Kartoffeln mikrobiell belastet sein können. Ein Schäler, der diese Oberflächen bearbeitet und anschließend nicht gründlich gereinigt wird, wird zum Sammelbecken für diese Mikroorganismen.

Die unterschätzte Gefahr der Kreuzkontamination

In der täglichen Küchenroutine wandern Küchengeräte von einem Lebensmittel zum nächsten. Der Schäler, der morgens Kartoffeln bearbeitet hat, wird mittags vielleicht für Karotten oder Äpfel verwendet. Diese scheinbar harmlose Wiederverwendung birgt ein hygienisches Risiko, das oft unterschätzt wird.

Die Forschung zur bakteriellen Kontamination bei Kartoffeln legt nahe, dass Erreger nicht nur auf der Oberfläche verbleiben, sondern sich unter günstigen Bedingungen aktiv vermehren. Wenn ein Schäler nach dem Kontakt mit möglicherweise kontaminierten Kartoffeln nicht vollständig gereinigt wird und dann für andere Lebensmittel – insbesondere solche, die roh verzehrt werden – eingesetzt wird, entsteht eine klassische Kreuzkontaminationssituation.

Das Problem verstärkt sich durch die Tatsache, dass viele Menschen ihre Schäler nur oberflächlich unter fließendem Wasser abspülen. Die Annahme, dass ein schnelles Abspülen ausreicht, ist weit verbreitet, aber problematisch. Stärkereste und organische Partikel, die in den Zwischenräumen der Klinge verbleiben, trocknen dort ein und bilden über Tage und Wochen hinweg Schichten, die immer schwerer zu entfernen sind.

Mechanische Reinigung als wirksamster Schutz vor mikrobieller Besiedelung

Die wissenschaftliche Literatur zur Küchenhygiene zeigt eindeutig: Entscheidend ist nicht die Temperatur des Wassers, sondern die mechanische Abrasion. Nur durch physisches Bürsten oder Reiben lassen sich Schichten aus Stärke und Biofilm zuverlässig lösen.

Nach jedem Einsatz sollte der Kartoffelschäler daher sofort unter heißem Wasser abgespült werden, bevor Rückstände antrocknen. Am effektivsten ist eine kleine Reinigungsbürste mit mittelharten Borsten – eine ausgediente Zahnbürste erfüllt diese Funktion ideal. Sie erreicht die engen Zwischenräume zwischen Klingen und Halterung, in denen sich der Schmutz sonst anhäuft.

Ein wöchentlicher Tiefenreinigungszyklus verhindert langfristige Ablagerungen:

  • Den Schäler für 10 bis 15 Minuten in heißes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel legen.
  • Mit der Bürste alle beweglichen Teile sorgfältig bearbeiten, insbesondere den Bereich zwischen Klinge und Haltebügel.
  • Sorgfältig abspülen und mit einem fusselfreien Tuch vollständig trocknen.
  • Optional einige Tropfen Speiseöl auf die Achse der beweglichen Klinge geben, um Korrosion vorzubeugen und die Gleitfähigkeit zu erhalten.

Das vollständige Trocknen nach der Reinigung ist entscheidend. Feuchte Metalloberflächen begünstigen Oxidation, bieten Keimen ideale Umweltbedingungen und können die Lebensdauer selbst von Edelstahlwerkzeugen erheblich verkürzen. Die Erkenntnis, dass Feuchtigkeit und organische Rückstände ideale Bedingungen für bakterielle Vermehrung schaffen, unterstreicht die Bedeutung dieses Schrittes.

Die verborgene Komplexität der Biofilmbildung

Was auf den ersten Blick wie ein einfaches Sauberkeitsproblem erscheint, ist in Wirklichkeit ein komplexer mikrobiologischer Prozess. Biofilme entstehen nicht über Nacht, sondern entwickeln sich schrittweise. Zunächst lagern sich einzelne Bakterienzellen an der Oberfläche an – bevorzugt in mikroskopisch kleinen Vertiefungen und Ritzen, wie sie zwischen Klingenmechanismen zwangsläufig existieren.

Diese ersten Siedler produzieren extrazelluläre polymere Substanzen, die wie ein Klebstoff wirken und die Anhaftung weiterer Mikroorganismen erleichtern. Im Laufe von Tagen entsteht so eine mehrschichtige Gemeinschaft aus Bakterien, die durch eine selbstproduzierte Schleimmatrix geschützt ist. Diese Matrix macht den Biofilm extrem widerstandsfähig gegenüber einfachen Reinigungsversuchen.

Die Tatsache, dass Kartoffeln selbst Träger verschiedener Bakterienarten sein können – wie die Forschung zu Dickeya-Infektionen zeigt – bedeutet, dass der Schäler beim Gebrauch kontinuierlich mit potentiellen Biofilmbildnern in Kontakt kommt. Jeder Schälvorgang fügt der mikrobiellen Gemeinschaft auf der Klinge potenziell neue Mitglieder hinzu, wenn nicht konsequent gereinigt wird.

Warum Feuchtigkeit und Edelstahl keine ideale Kombination sind

Viele glauben, Edelstahl sei per se immun gegen Rost oder Keimbesiedelung. In Wirklichkeit ist das Material nur dann resistent, wenn seine Oberfläche unbeschädigt bleibt und regelmäßig vollständig trocknet. Jeder Kratzer, jede Delle im Metall kann die Passivschicht – die unsichtbare Oxidschicht, die Edelstahl schützt – schwächen.

Schäler sind ständig mechanischer Belastung ausgesetzt; durch den Kontakt mit harten Schalen abrasiert sich winziges Material. Gelangt Feuchtigkeit in diese Mikrorisse, entsteht ein elektrochemisches Ungleichgewicht, das Korrosionsprozesse startet. Dadurch wird die Oberfläche leicht aufgeraut, was wiederum die Anhaftung organischer Partikel erleichtert.

Regelmäßiges Ölen nach gründlicher Reinigung wirkt prophylaktisch: Eine dünne Schicht Pflanzenöl füllt die Mikrovertiefungen des Metalls und verhindert direkten Kontakt zwischen Wasser und Eisenbestandteilen. Wichtig ist, dass keine dicken Fettschichten verbleiben, da diese selbst wieder Schmutz anziehen.

Die Metallurgie von Edelstahl ist komplex, aber das Grundprinzip ist einfach: Die Schutzschicht funktioniert nur, wenn sie intakt bleibt. Jede Beschädigung, jede längere Feuchtigkeitseinwirkung, jeder aggressive Reiniger kann diese Schutzbarriere kompromittieren. Ein Schäler, der nach dem Spülen feucht in eine Schublade gelegt wird, entwickelt über Monate unweigerlich Korrosionserscheinungen – selbst wenn er aus hochwertigem Edelstahl gefertigt ist.

Der psychologische Faktor der Küchenhygiene

Interessanterweise unterschätzen viele erfahrene Hobbyköche gerade die scheinbar pflegeleichten Werkzeuge. Während Schneidebretter regelmäßig desinfiziert und Messer messbar gereinigt werden, bleibt der Kartoffelschäler oft unbeachtet. Der Grund liegt in der Wahrnehmung: Seine kleine Oberfläche vermittelt den Eindruck geringeren Kontaminationspotenzials.

Doch hygienische Risiken korrelieren nicht mit der Größe des Werkzeugs, sondern mit der Art des Kontakts zum Lebensmittel. Der Schäler trifft direkt auf die äußere Haut der Knolle, die mit Erde, Mikrosporen und bakteriellen Rückständen bedeckt ist. Die Erkenntnisse über Dickeya-Bakterien, die durch Verletzungen und natürliche Öffnungen in Kartoffeln eindringen können, verdeutlichen, dass die Kartoffeloberfläche keineswegs steril ist.

Wenn diese Schicht nicht vollständig vom Schäler entfernt wird, können Mikroben auf andere Küchenutensilien übergehen – zum Beispiel auf das Messer, das später Obst schneidet. Die Werkzeugkette in der Küche ist ein oft übersehener Übertragungsweg für Kontaminationen. Ein unsauberer Schäler kann also indirekt die mikrobiologische Qualität von frisch gekochtem Gemüse beeinflussen.

Diese psychologische Komponente – die Tendenz, kleine Werkzeuge als weniger kritisch einzustufen – erklärt, warum Kartoffelschäler in vielen Haushalten hygienische Schwachstellen bleiben. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf große Oberflächen wie Arbeitsplatten und Schneidebretter, während die kleinen, unauffälligen Werkzeuge zwischen den Maschen des Reinigungsnetzes fallen.

Materialien, die die Hygiene beeinflussen

Nicht jeder Kartoffelschäler reagiert gleich empfindlich auf Schmutz. Modelle aus Edelstahlguss verhalten sich anders als solche aus Kunststoff mit eingelegter Klinge. Kunststoffgehäuse mit feinen Rillen neigen zur Akkumulation von Stärke und Feuchtigkeit, da der Verbund zwischen Klinge und Griff mikroskopisch kleine Spalten bildet.

Bei Metallmodellen ist die Reinigung leichter, jedoch sind sie empfindlicher gegenüber Säuren und Salzrückständen. Wer regelmäßig säurehaltige Lebensmittel schält – etwa Äpfel oder Zitrusfrüchte – sollte den Schäler danach sofort abspülen, um die metallische Schutzschicht intakt zu halten.

Keramikklingen, noch selten beim Schälen von Kartoffeln, haben zwar den Vorteil chemischer Inertheit, sind jedoch spröde und anfälliger für Mikroschäden. In diesen feinen Brüchen können sich Rückstände absetzen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber bei Wiederverwendung den frischen Schälvorgang kontaminieren.

Die Materialwahl beeinflusst auch, wie schnell sich Biofilme bilden können. Rauere Oberflächen bieten mehr Angriffspunkte für die initiale bakterielle Anhaftung. Hochpolierter Edelstahl hat theoretisch eine geringere Neigung zur Biofilmbildung als strukturierte Kunststoffoberflächen, aber nur, wenn die glatte Oberfläche durch regelmäßige, schonende Reinigung erhalten bleibt.

Offensichtliche Fehler, die die Lebensdauer drastisch verkürzen

Einige Reinigungsgewohnheiten verschlimmern das Problem, statt es zu lösen. Spülmaschinenreinigung bei hohen Temperaturen kann durch starke Hitze und aggressive Reinigungsmittel die feinen Metallnieten lockern, wodurch Mikrospalten entstehen, in denen sich Rückstände festsetzen. Das Einweichen im Waschbecken über Nacht führt zu dauerhafter Feuchtigkeit, was Flugrost und Materialermüdung fördert, besonders an Gelenken und beweglichen Klingen.

Die Verwendung von Scheuermitteln zerstört die schützende Oberfläche des Metalls und fördert langfristig Korrosion. Die Aufbewahrung in geschlossenen Besteckfächern ohne vorherige Trocknung schafft ein Mikroklima, in dem Wasser nur langsam verdunstet und Schimmel- sowie Geruchsentwicklung begünstigt wird.

Eine einfache Routine nach jedem Gebrauch verlängert die Lebensdauer erheblich: abspülen, bürsten, trocknen, kontrollieren. Wenn der Schäler sichtbare Flecken zeigt oder der Drehmechanismus nicht mehr frei läuft, sollte er nicht mehr verwendet, sondern ersetzt werden. Ein qualitativ hochwertiges Modell kann bei korrekter Pflege mehr als zehn Jahre funktionstüchtig bleiben.

Das längere Einweichen ist besonders problematisch, wenn man die Erkenntnisse über bakterielle Vermehrung berücksichtigt. In stehendem Wasser mit organischen Partikeln finden Bakterien optimale Bedingungen. Was als Erleichterung der Reinigung gedacht ist – das Aufweichen eingetrockneter Reste – wird zum Brutkasten für mikrobielle Vermehrung. Die Bakterien, die möglicherweise von der Kartoffeloberfläche stammen, erhalten im Einweichwasser Zeit und Ressourcen, sich zu vermehren und festere Strukturen zu bilden.

Wie man Hygiene ohne Übertreibung in den Alltag integriert

Küchenhygiene bedeutet nicht steriles Arbeiten, sondern kontrolliertes Risiko. Ziel ist, die Keimbelastung auf einem Niveau zu halten, das keine gesundheitliche Relevanz hat. Ein Schäler, der regelmäßig und richtig gereinigt wird, birgt praktisch kein Risiko. Entscheidend ist die Routine, nicht die Intensität einzelner Maßnahmen.

Eine funktionierende Strategie lässt sich in drei einfache Prinzipien fassen. Sofort handeln: Schmutz lässt sich im nassen Zustand leicht entfernen. Jede Minute Verzögerung erhöht die Haftung der Stärkereste. Mechanisch reinigen: Bürsten, nicht nur spülen. Der physische Kontakt entfernt Biofilme zuverlässig. Trocken lagern: Der beste Schutz vor Keimen und Rost ist vollständige Trockenheit nach jedem Gebrauch.

Ein kleiner organisatorischer Trick erleichtert die Einhaltung dieser Prinzipien: Eine separate, leicht zugängliche Bürste neben der Spüle erinnert an die Reinigung unmittelbar nach dem Kochen. Dadurch wird sie intuitiver Bestandteil des Kochprozesses statt lästige Nacharbeit.

Die Sofortigkeit der Reinigung ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern hat mikrobiologische Grundlagen. Bakterien benötigen Zeit, um sich fest an Oberflächen zu binden. In den ersten Minuten nach dem Kontakt sind sie noch relativ leicht abzuwaschen. Nach einigen Stunden jedoch haben viele Arten bereits mit der Produktion von Haftstoffen begonnen, die die Entfernung deutlich erschweren. Die unmittelbare Reinigung unterbricht diesen Prozess in seinem frühesten Stadium.

Hygienische Feinfertigkeiten: Was erfahrene Köche zusätzlich beachten

Professionelle Küchen wissen, dass Reinigung allein nicht genügt. Inspektion ist das zweite Element der Hygiene. Ein geübter Blick auf die Klingenoberfläche – auf matte Stellen, feine Ablagerungen oder ungleichmäßigen Glanz – offenbart, wann ein Schäler tiefer gereinigt werden muss.

Manche Küchenchefs verwenden zudem essigbasierte Lösungen zum gelegentlichen Desinfizieren. Diese entfernen Kalkreste von hartem Wasser und lösen organische Partikel. Danach sollte das Werkzeug gründlich gespült und vollständig getrocknet werden, um keine Säurereste zu hinterlassen.

Ein unterschätzter Faktor ist der Geruch. Ein leicht erdiger oder metallischer Ton, der auch nach dem Abspülen bleibt, weist auf Rückstände hin, die sich in vertieften Stellen abgesetzt haben. Der Geruch ist oft früher wahrnehmbar als sichtbarer Schmutz und dient als Warnsignal für unvollständige Reinigung.

Die sensorische Evaluation – also das bewusste Riechen, Betrachten und Fühlen des Werkzeugs – ist eine Fähigkeit, die mit Erfahrung wächst. Professionelle Köche entwickeln ein intuitives Gespür dafür, wann ein Werkzeug nicht nur oberflächlich, sondern grundlegend gereinigt werden muss. Dieses Gespür basiert auf der wiederholten Beobachtung, wie sich Ablagerungen im Laufe der Zeit entwickeln und welche frühen Anzeichen einer beginnenden Kontamination existieren.

Der erdige Geruch, den manche Schäler nach dem Gebrauch behalten, ist besonders aufschlussreich. Er deutet darauf hin, dass Bodenpartikel oder organische Substanzen von der Kartoffeloberfläche im Werkzeug verblieben sind – genau jene Rückstände, die als Nährstoffquelle für bakterielle Besiedlung dienen können.

Wenn Technik Hygiene unterstützt: moderne Schälerkonstruktionen

Die neueste Generation von Schälern reagiert auf genau diese Erkenntnisse. Einige Hersteller integrieren austauschbare Klingenköpfe oder vollständig zerlegbare Systeme, bei denen jede Komponente einzeln gereinigt werden kann. Andere setzen auf antibakterielle Beschichtungen oder hydrophobe Oberflächen, die die Haftung von Stärke reduzieren.

Obwohl solche Technologien den Reinigungsaufwand deutlich senken, ersetzen sie keine regelmäßige Pflege. Die antibakterielle Wirkung beschichteter Oberflächen ist begrenzt und zeitlich abnehmend; sie verlangsamt nur die Bildung von Biofilmen, verhindert sie aber nicht vollständig.

Für den privaten Haushalt bleibt die Kombination aus mechanischer Reinigung, sorgfältiger Trocknung und gelegentlicher Tiefenpflege der wirksamste Ansatz – unabhängig vom Modell.

Die zerlegbaren Systeme haben einen entscheidenden Vorteil: Sie eliminieren die versteckten Zwischenräume, in denen sich Ablagerungen bevorzugt festsetzen. Wenn jede Komponente separat gereinigt werden kann, gibt es keine Mikroklimate mehr, die der Reinigungsbürste unzugänglich bleiben. Dies ist besonders relevant angesichts der Erkenntnis, dass Kartoffeln potentielle Träger von Bakterien wie Dickeya sind, die sich in verborgenen Nischen des Schälers ansiedeln könnten.

Wie kleine Veränderungen große Wirkung zeigen

Das konsequente Reinigen und Trocknen eines einzigen Werkzeugs wirkt sich messbar auf die Gesamthygiene der Küche aus. Die Reduktion von Keimen an einem häufig genutzten Werkzeug mindert bereits den bakteriellen Gesamteintrag in die Küche signifikant.

Ein sauberer Kartoffelschäler ist daher mehr als Ausdruck persönlicher Ordnungsliebe; er ist ein Instrument präventiver Lebensmittelsicherheit. Wer ihn pflegt, reduziert nicht nur Risiken, sondern auch spätere Reinigungsarbeit: weniger Geruch, keine Ablagerungen, längere Lebensdauer von Utensilien, klarere Sensorik beim Kochen.

Überraschend viele kleine Verluste entstehen, weil winzige Schwachstellen übersehen werden – ein stumpfer Schäler, der schneller Kartoffelfleisch abträgt; eine verklebte Klingenachse, die Unebenheiten hinterlässt; ein unangenehmer Geruch, der sich auf andere Küchenwerkzeuge überträgt. Reinigung ist hier nicht nur Hygiene, sondern funktionale Prävention.

Die kumulative Wirkung kleiner Nachlässigkeiten ist bemerkenswert. Ein Schäler, der nach jedem Gebrauch nur oberflächlich abgespült wird, akkumuliert über Wochen mikroskopische Schichten von Stärke und organischen Rückständen. Diese Schichten werden mit jedem Durchgang dicker und resistenter gegen einfache Reinigungsversuche. Gleichzeitig wächst die mikrobielle Population, die diese Ablagerungen besiedelt.

Umgekehrt gilt: Ein Schäler, der konsequent nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und getrocknet wird, bleibt nicht nur hygienisch einwandfrei, sondern behält auch seine funktionalen Eigenschaften länger bei. Die Klinge bleibt schärfer, weil keine abrasiven Stärke- oder Mineralablagerungen die Schneidkante stumpf machen. Der Drehmechanismus bleibt geschmeidig, weil keine verklebten Partikel die Bewegung behindern.

Wenn Sauberkeit zum Werkzeug des Geschmacks wird

Ein scheinbar banaler Vorgang wie das Schälen einer Kartoffel beeinflusst die Qualität des gesamten Gerichts. Rückstände von alten Stärkeschichten auf der Klinge oxidieren schneller, was zu leicht metallischem Nachgeschmack führen kann. Eine saubere Oberfläche hingegen gleitet gleichmäßig über das Lebensmittel, trennt präziser und bewahrt mehr Vitamine und Nährstoffe unter der Schale.

In der Summe bedeutet das: Hygiene verbessert Funktion und Geschmack zugleich. Sie ist kein Selbstzweck, sondern das Fundament kulinarischer Präzision.

Der unscheinbare Kartoffelschäler, wenn er gepflegt und konsequent sauber gehalten wird, verwandelt sich vom potenziellen Keimherd in ein Werkzeug, das Sauberkeit, Langlebigkeit und Freude am Kochen vereint. Kleine Handgriffe – sofortiges Abspülen, Bürsten, vollständiges Trocknen – genügen, um ihn dauerhaft in Bestform zu halten.

Die Verbindung zwischen Hygiene und Geschmack ist direkter, als viele vermuten. Oxidierte Stärkereste haben einen charakteristischen, leicht bitteren Geschmack, der sich auf frisch geschälte Kartoffeln übertragen kann. Bakterielle Stoffwechselprodukte – auch von grundsätzlich harmlosen Arten – können subtile Fehlaromen erzeugen. Ein wirklich sauberer Schäler hinterlässt keine geschmacklichen Spuren; er ist neutral und lässt die natürliche Qualität des Lebensmittels unverfälscht.

Darüber hinaus beeinflusst die Schärfe und Sauberkeit der Klinge, wie viel wertvolles Fruchtfleisch unter der Schale erhalten bleibt. Eine verklebte oder stumpfe Klinge neigt dazu, tiefer ins Fleisch zu schneiden und mehr Material abzutragen als nötig. Eine gepflegte Klinge hingegen entfernt die Schale dünn und präzise – was nicht nur weniger Abfall bedeutet, sondern auch mehr der vitaminreichen Schichten direkt unter der Schale erhält.

Wie oft reinigst du deinen Kartoffelschäler gründlich mit Bürste?
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Einmal pro Woche intensiv
Landet einfach in Spülmaschine
Ehrlich gesagt fast nie

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