Dein Kind braucht kein iPhone: Warum diese versteckte Apple-Funktion alles verändert

Die Apple Watch hat sich längst von einem reinen Fitness-Gadget zu einem vollwertigen Kommunikationsgerät entwickelt. Was viele Nutzer jedoch nicht wissen: Apple hat eine clevere Funktion in watchOS integriert, die über die klassische 1:1-Kopplung zwischen iPhone und Smartwatch hinausgeht. Die Familieneinrichtung ermöglicht es, mehrere Apple Watches mit einem einzigen iPhone zu verbinden – ein Feature, das besonders für Familien mit Kindern interessante Möglichkeiten eröffnet.

Warum überhaupt mehrere Apple Watches mit einem iPhone koppeln?

Die Idee hinter dieser Funktion ist so simpel wie genial: Nicht jedes Familienmitglied besitzt ein eigenes iPhone, dennoch sollen auch Kinder oder ältere Angehörige von den Vorteilen einer Apple Watch profitieren können. Statt jedem Kind ein teures iPhone kaufen zu müssen, reicht die Smartwatch am Handgelenk aus, um erreichbar zu bleiben, Nachrichten zu versenden oder im Notfall Hilfe zu rufen.

Die Familieneinrichtung wurde mit watchOS 7 eingeführt und richtet sich gezielt an Eltern, die ihren Nachwuchs mit moderner Technologie ausstatten möchten, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Dabei fungiert das iPhone eines Elternteils als Verwaltungszentrale für mehrere Apple Watches innerhalb der Familie.

Technische Voraussetzungen für die Familieneinrichtung

Damit die Familieneinrichtung funktioniert, müssen einige Rahmenbedingungen erfüllt sein. Zunächst benötigt ihr eine Apple Watch Series 4 oder neuer mit GPS + Cellular – die reine GPS-Variante funktioniert nicht, da die Watch ohne verbundenes iPhone auf eine Mobilfunkverbindung angewiesen ist. Das verwaltende iPhone muss mindestens mit iOS 14 laufen, und natürlich braucht jede Watch einen eigenen Mobilfunkvertrag beim Netzbetreiber.

Interessant wird es bei der Frage nach der Apple-ID: Jedes Familienmitglied erhält eine eigene Apple-ID, selbst wenn es kein eigenes iPhone besitzt. Diese wird über die Familienfreigabe verwaltet, wodurch Eltern weitreichende Kontrollmöglichkeiten behalten. Sie können beispielsweise festlegen, mit wem ihre Kinder kommunizieren dürfen, welche Apps installiert werden und zu welchen Zeiten die Watch im Schulmodus sein soll.

So funktioniert die Einrichtung in der Praxis

Die Einrichtung erfolgt über die Watch-App auf dem iPhone eines Elternteils. Dort findet sich die Option „Für ein Familienmitglied einrichten“, die den Prozess Schritt für Schritt begleitet. Nach dem Koppeln der Watch wird eine neue Apple-ID erstellt oder eine bestehende hinzugefügt. Das System führt dann durch die Konfiguration von Mobilfunk, Apple Pay und anderen Features.

Besonders praktisch: Die Watch erhält eine eigene Telefonnummer, über die sie erreichbar ist. Kinder können damit eigenständig telefonieren, Nachrichten senden und Siri nutzen – alles ohne ein eigenes Smartphone in der Tasche tragen zu müssen. Für Eltern bedeutet das ein Stück mehr Sicherheit, da sie ihren Nachwuchs jederzeit erreichen können.

Was passiert beim Wechsel einer Apple Watch zu einem anderen iPhone?

Eine wichtige Einschränkung gilt es zu beachten: Eine Apple Watch kann immer nur mit einem iPhone gleichzeitig gekoppelt sein. Möchtet ihr eine Watch von einem iPhone auf ein anderes übertragen, muss sie zunächst vom ersten Gerät entkoppelt werden. Dabei wird die Watch vollständig gelöscht – allerdings erstellt das iPhone automatisch ein Backup, sodass eure Daten und Einstellungen nicht verloren gehen.

Bei der ersten Verbindung mit einem neuen iPhone muss die Watch komplett neu eingerichtet werden. Wenn ihr sie später wieder mit dem ursprünglichen iPhone koppeln möchtet, lassen sich die Daten aus dem zuvor erstellten Backup wiederherstellen. Dieser Wiederherstellungsprozess dauert je nach Datenmenge zwischen 5 und 30 Minuten – es handelt sich also nicht um einen Vorgang von wenigen Sekunden, sondern erfordert etwas Geduld.

Praktische Anwendungsfälle für die Familieneinrichtung

Die Möglichkeit, mehrere Watches über ein iPhone zu verwalten, eröffnet verschiedene interessante Nutzungsszenarien. Eine Familie mit mehreren Kindern kann alle Watches zentral über ein Eltern-iPhone verwalten, ohne dass jedes Kind ein eigenes Smartphone benötigt. Falls das Haupt-iPhone defekt ist, kann ein anderes Familien-iPhone die Verwaltung übernehmen, wobei die Daten über Backups gesichert bleiben.

Großeltern oder andere Betreuungspersonen können bei Bedarf die Verwaltung übernehmen, indem Apple Watches mit einem iPhone verbinden und die Watch auf ihr Gerät übertragen wird. Eine Apple Watch kann zwischen den iPhones von Mutter und Vater wechseln, je nachdem, wo das Kind gerade ist – allerdings mit dem Aufwand der Neueinrichtung beim Wechsel.

Grenzen und wichtige Hinweise zur Familieneinrichtung

So praktisch die Funktion auch ist, es gibt einige Einschränkungen zu beachten. Die wichtigste: Eine gleichzeitige Kopplung einer Watch mit mehreren iPhones ist technisch nicht möglich. Jede Watch kann immer nur mit einem iPhone verbunden sein. Zudem muss jede Watch ihre eigene Mobilfunknummer haben – das Teilen einer Nummer zwischen mehreren Geräten funktioniert nicht.

Der Wechsel einer Watch zwischen verschiedenen iPhones ist zwar möglich, erfordert aber jedes Mal eine Entkopplung, Löschung und Neueinrichtung. Für Situationen, in denen häufig gewechselt werden muss, ist dies wenig praktikabel. Die Familieneinrichtung ist daher vor allem für stabile Konstellationen gedacht, bei denen mehrere Familienmitglieder jeweils ihre eigene Watch über ein gemeinsames Verwaltungs-iPhone nutzen.

Datenschutz und Sicherheit bei der Familieneinrichtung

Apple hat bei der Entwicklung der Familieneinrichtung besonderen Wert auf Datenschutz gelegt. Jedes Familienmitglied hat seine eigene verschlüsselte Identität, und Eltern können nur auf die Funktionen zugreifen, für die sie explizit Rechte haben. Die Kommunikation zwischen Watch und iPhone ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Besonders durchdacht ist das Konzept der Standortfreigabe: Kinder können ihren Standort mit ausgewählten Familienmitgliedern teilen, ohne dass ihre Privatsphäre vollständig aufgegeben wird. Die „Wo ist?“-App ermöglicht es Eltern, den Aufenthaltsort ihrer Kinder zu verfolgen, ohne dabei ständig aktiv überwachen zu müssen.

Alternative Nutzungsszenarien jenseits der Familie

Obwohl die Funktion „Familieneinrichtung“ heißt, lässt sie sich auch für andere Zwecke einsetzen. Pflegeeinrichtungen nutzen das Feature beispielsweise, um älteren Menschen mit kognitiven Einschränkungen eine Smartwatch zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese ein eigenes Smartphone bedienen müssen. Auch Sportvereine oder Jugendgruppen können so mehrere Watches über ein zentrales Verwaltungs-iPhone koordinieren.

Die Möglichkeit, mehrere Watches zentral zu verwalten, macht die Apple Watch zu einem flexiblen Werkzeug für verschiedenste Betreuungskonstellationen. Die anfängliche Investition in eine Cellular-Watch mag höher sein als bei der GPS-Version, doch die dadurch gewonnene Unabhängigkeit rechtfertigt den Aufpreis in vielen Situationen.

Wer also bisher dachte, für jede Apple Watch sei zwingend ein eigenes iPhone nötig, sollte sich die Möglichkeiten der Familieneinrichtung genauer ansehen. Die zentrale Verwaltung mehrerer Watches über ein iPhone macht die Smartwatch zu einem deutlich vielseitigeren Gerät für Familien und Betreuungseinrichtungen, als es auf den ersten Blick scheint.

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