Wenn der Februar mit seiner kühlen, klaren Luft über Europa zieht, verwandelt sich Prag in ein romantisches Wintermärchen, das wie geschaffen ist für verliebte Paare. Die tschechische Hauptstadt zeigt sich in diesen Wochen von ihrer intimsten Seite: Nebelschwaden ziehen durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, historische Laternen tauchen die Kopfsteinpflaster in warmes Licht, und die Touristenströme des Sommers sind längst verschwunden. Genau jetzt ist der perfekte Moment, um Prag zu zweit zu entdecken – authentisch, bezahlbar und bezaubernd zugleich.
Warum Prag im Februar die perfekte Wahl für Paare ist
Der Februar gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen unter Europakennern. Während andere Hauptstädte überlaufen oder unerschwinglich teuer sind, bietet Prag in diesem Monat ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Hotelzimmer kosten oft die Hälfte der Sommerpreise, die Warteschlangen vor den Sehenswürdigkeiten lösen sich in Luft auf, und die Stadt gehört endlich wieder den Einheimischen – und euch. Die Temperaturen bewegen sich meist zwischen minus zwei und plus fünf Grad Celsius, was bedeutet: Kuschelwetter par excellence. Packt warme Schals ein, haltet euch gegenseitig warm und lasst euch von der winterlichen Atmosphäre verzaubern.
Die goldene Stadt zu Fuß erobern
Prag ist eine Stadt, die man zu Fuß erleben muss. Das historische Zentrum ist kompakt und fußgängerfreundlich, sodass ihr die meisten Highlights bequem erlaufen könnt. Beginnt euren ersten Morgen auf der Karlsbrücke – am besten kurz nach Sonnenaufgang, wenn der Nebel noch über der Moldau hängt und die gotischen Heiligenstatuen wie stumme Wächter aus einer anderen Zeit wirken. In diesen frühen Stunden habt ihr die berühmte Brücke fast für euch allein, ein Privileg, das im Sommer undenkbar wäre.
Schlendert anschließend durch die verwinkelten Gassen der Prager Altstadt. Hier offenbart sich die wahre Seele der Stadt: in den versteckten Höfen, den jahrhundertealten Fassaden in Pastellfarben und den kleinen Durchgängen, die in unerwartete Plätze münden. Der Altstädter Ring mit seiner astronomischen Uhr ist ein Muss, doch verweilt nicht zu lange bei den üblichen Touristenattraktionen. Das authentische Prag wartet einen Gasse weiter.
Aufstieg zur Prager Burg
Der Weg hinauf zur Prager Burg mag im Februar etwas anstrengender sein, doch die verschneiten oder bereiften Gärten und der Panoramablick über die Stadt sind jede Mühe wert. Die Burganlage selbst ist riesig – plant mindestens zwei bis drei Stunden ein. Der Veitsdom beeindruckt mit seinen bunten Glasfenstern, durch die selbst das schwache Winterlicht magisch hereinbricht. Ein Geheimtipp: Spaziert durch das Goldene Gässchen am späten Nachmittag, wenn die meisten Besucher bereits gegangen sind.
Kulinarische Entdeckungen ohne Budget-Sprengen
Die tschechische Küche ist herzhaft, wärmend und perfekt für kalte Februartage. Vergesst die teuren Touristenlokale rund um den Altstädter Ring – authentische Erlebnisse findet ihr in den traditionellen Bierstuben und kleinen Gasthäusern der Viertel Vinohrady, Žižkov oder Holešovice. Eine deftige Portion Gulasch mit Knödeln bekommt ihr bereits ab 7 bis 9 Euro, eine Schweinshaxe für etwa 10 bis 12 Euro.
Das tschechische Bier ist weltberühmt und unglaublich günstig – ein halber Liter kostet in lokalen Kneipen oft nur 1,50 bis 2,50 Euro. Probiert verschiedene Sorten in unterschiedlichen Bierstuben und macht daraus eure ganz persönliche Verkostungstour. Die gemütliche Atmosphäre dieser traditionellen Lokale, oft mit Holztischen und gedämpfter Beleuchtung, lädt zum Verweilen ein.
Für ein romantisches Abendessen ohne Vermögen auszugeben, steuert die Gegend um die Dlouhá-Straße oder das Viertel Karlin an. Hier findet ihr moderne tschechische Küche in entspannter Atmosphäre zu fairen Preisen. Ein Drei-Gänge-Menü für zwei Personen liegt hier bei etwa 40 bis 50 Euro – in anderen europäischen Hauptstädten zahlt ihr dafür das Doppelte.

Unterkunft: Charmant und bezahlbar
Im Februar sinken die Hotelpreise deutlich. Boutique-Unterkünfte in zentraler Lage, die im Sommer 120 Euro pro Nacht kosten, sind jetzt schon ab 50 bis 70 Euro zu haben. Die Viertel Vinohrady und Žižkov bieten besonders gute Preis-Leistungs-Verhältnisse mit authentischem lokalem Flair. Von hier aus erreicht ihr das Zentrum in 15 bis 20 Minuten mit der Straßenbahn.
Apartments sind eine weitere clevere Option für Paare. Sie bieten oft mehr Platz und Privatsphäre als Hotelzimmer, und ihr könnt Geld sparen, indem ihr gelegentlich selbst kocht. Im Februar findet ihr gemütliche Einzimmerwohnungen in guter Lage bereits ab 40 bis 60 Euro pro Nacht.
Fortbewegung in der Stadt
Das öffentliche Verkehrsnetz in Prag ist exzellent und spottbillig. Ein 72-Stunden-Ticket kostet nur etwa 13 Euro und lohnt sich bereits nach wenigen Fahrten. Das Netz aus U-Bahn, Straßenbahn und Bus bringt euch überall hin, wo ihr möchtet. Die historischen Straßenbahnen haben ihren eigenen Charme – besonders die Linie 22 gilt als eine der schönsten Sightseeing-Routen der Stadt und kostet keinen Cent extra.
Für längere Strecken oder späte Abende sind Taxi-Apps eine sichere und bezahlbare Alternative. Eine Fahrt quer durch die Stadt kostet selten mehr als 8 bis 10 Euro.
Romantische Momente abseits der Massen
Die Insel Kampa ist ein verstecktes Juwel, das selbst viele Prag-Besucher übersehen. Dieser ruhige Flecken direkt neben der Karlsbrücke wirkt wie ein verschlafenes Dorf mitten in der Großstadt. Schlendert Hand in Hand am Ufer der Čertovka entlang, dem sogenannten „Prager Venedig“, und genießt die Stille.
Der Petřín-Hügel bietet nicht nur einen spektakulären Ausblick, sondern auch romantische Spazierwege durch verwunschene Gärten. Im Februar liegt hier manchmal eine dünne Schneeschicht, die alles in eine märchenhafte Kulisse verwandelt. Der Aufstieg ist kostenlos, und auch wenn der Aussichtsturm selbst Eintritt kostet (etwa 5 Euro), lohnt sich die Investition für den 360-Grad-Blick über die Stadt.
Kaffeehauskultur genießen
Prag hat eine jahrhundertealte Kaffeehauskultur, die perfekt ist, um sich bei einer Tasse heißen Kaffees aufzuwärmen. Die traditionellen Cafés mit ihren hohen Decken, Kronleuchtern und Samtsofas verströmen eine Atmosphäre vergangener Epochen. Ein Cappuccino kostet etwa 2,50 bis 3,50 Euro, ein Stück Kuchen 3 bis 4 Euro – erschwinglich genug, um diese Tradition ausgiebig zu zelebrieren.
Praktische Spartipps für euer Wochenende
Kauft eure Eintrittskarten online im Voraus – oft gibt es kleine Rabatte und ihr spart euch das Anstehen in der Kälte. Viele Museen bieten an bestimmten Tagen freien oder reduzierten Eintritt an, informiert euch vorab auf den offiziellen Webseiten.
Esst wie die Einheimischen: Mittagsmenüs in lokalen Restaurants sind deutlich günstiger als Abendessen und bieten dieselbe Qualität. Für 5 bis 8 Euro bekommt ihr oft ein vollständiges Menü mit Suppe, Hauptgericht und manchmal sogar Dessert.
Trinkgeld ist in Tschechien üblich, aber moderater als in anderen Ländern. Zehn Prozent gelten als angemessen, fünfzehn Prozent als großzügig.
Die schönsten Dinge in Prag kosten nichts: das Flanieren durch mittelalterliche Gassen, der Sonnenuntergang über der Moldau, das Beobachten des Treibens auf dem Wenzelsplatz. Im Februar, wenn die Stadt in ihrem winterlichen Gewand ruht, offenbart sich ihre zeitlose Schönheit besonders intensiv. Packt warme Kleidung ein, bringt eure Kamera mit und lasst euch von einer der romantischsten Städte Europas verzaubern – zu einem Preis, der euer Budget nicht sprengt.
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