Warum billige Rechen Sie bis zu 72 Euro kosten: Die versteckte Mathematik hinter rostigem Werkzeug

Ein Rechen ist eines jener Gartenwerkzeuge, die scheinbar ewig existieren, sich aber im Alltag unbemerkt abnutzen. Nach wenigen Saisons zeigt sich, dass die Zinken rosten, der Griff locker wird oder der Kopf bricht – und doch kaufen viele Hobbygärtner einfach das nächste günstige Modell. Dieses Konsummuster kostet auf Dauer mehr, als ein gut gewähltes Werkzeug jemals könnte. Die Wahl des richtigen Materials und der richtige Umgang mit Gartengeräten sind Faktoren, die weitreichende Folgen haben – nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für die Arbeitsqualität im Garten.

Wer sich die Mühe macht, Werkzeuge genauer zu betrachten, stößt schnell auf fundamentale Unterschiede. Es gibt Rechen, die nach zwei Wintern durchgerostet sind, und solche, die Jahrzehnte überdauern. Der Unterschied liegt nicht im Zufall, sondern in messbaren physikalischen und chemischen Eigenschaften der verwendeten Materialien. Doch diese Zusammenhänge werden selten erklärt – weder in Baumärkten noch in Produktbeschreibungen. Dabei entscheidet gerade das Verständnis dieser Grundlagen darüber, ob man ein Werkzeug kauft, das hält, oder eines, das lediglich billig ist.

Rost ist kein oberflächliches Problem. Er ist das sichtbare Ergebnis eines chemischen Prozesses, der die Struktur des Metalls von innen heraus angreift. Wenn Eisen mit Wasser und Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt Oxidation – ein Vorgang, der in feuchter Gartenumgebung praktisch unvermeidlich ist. Bei einfachen Stahlrechen, wie sie häufig im Niedrigpreissegment angeboten werden, fehlt meist jede schützende Schicht. Das Metall liegt blank oder ist nur dünn lackiert. Der Lack kann bereits nach der ersten Saison absplittern, besonders an den Zinken, die ständig über Erde, Sand oder Stein gezogen werden.

Von diesem Moment an beginnt ein schleichender Prozess. Kleine Rostpunkte entstehen, die sich zu Flocken ausweiten. Das Metall wird spröde, die Zinken brechen bei Belastung. Was als kleiner optischer Makel beginnt, endet in funktionslosem Werkzeug. Dieser Verlauf ist kein Einzelfall, sondern die Regel bei unbehandeltem oder minderwertig beschichtetem Stahl.

Die Alternative zu diesem Verschleiß liegt in der gezielten Materialwahl. Ein Rechen aus rostfreiem Edelstahl oder verzinktem Stahl verhält sich grundlegend anders. Edelstahl – beispielsweise in der gängigen Legierung mit 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickel – bildet eine stabile Passivschicht aus Chromoxid. Diese Schicht regeneriert sich selbst, wenn die Oberfläche leicht beschädigt wird. Sie verhindert, dass Sauerstoff an das darunterliegende Eisen gelangt. Das ist der Grund, warum Edelstahlwerkzeuge auch nach Jahren intensiver Nutzung keine Korrosion zeigen.

Verzinkter Stahl nutzt ein anderes Prinzip. Hier übernimmt eine Zinkschicht die Schutzfunktion durch sogenannte kathodische Opferwirkung: Das Zink oxidiert zuerst und opfert sich, bevor der darunterliegende Stahl angegriffen wird. Solange diese Schicht intakt bleibt, ist das Werkzeug geschützt. Wird die Zinkschicht jedoch durch mechanische Beanspruchung beschädigt, kann auch hier Rost entstehen – allerdings deutlich langsamer als bei unlegiertem Stahl.

Diese technischen Details mögen auf den ersten Blick abstrakt wirken, doch sie haben direkte finanzielle Konsequenzen. Ein Rechen mit 30 Euro Anschaffungspreis, der fünf Jahre hält, ist wirtschaftlich sinnvoller als ein 10-Euro-Rechen, der alle zwei Jahre ersetzt wird. Im Laufe von zehn Jahren ergibt sich daraus eine Einsparung von über 25 Euro – ganz abgesehen von der vermiedenen Umweltbelastung durch Produktion und Entsorgung. Laut Erfahrungen aus dem Fachhandel und von Nutzern hochwertiger Gartengeräte lässt sich die Lebensdauer um ein Vielfaches steigern, wenn zusätzlich auf korrekte Pflege geachtet wird.

Mechanische Haltbarkeit und ergonomische Aspekte: Warum Material nicht alles ist

Die Lebensdauer eines Werkzeugs hängt ebenso von seiner mechanischen Konstruktion ab. Ein stabil verschraubter oder geschweißter Rechenkopf mit einem gut austarierten Stiel aus Esche oder Aluminium überträgt die Kraft effizienter und reduziert Belastung für Gelenke und Rücken. Gerade Gartenarbeit über mehrere Stunden wird oft unterschätzt – kleine Vibrationen oder unnatürliche Griffwinkel summieren sich.

Das Gewicht spielt eine zentrale Rolle. Edelstahl ist schwerer als verzinkter Stahl, letzterer wiederum schwerer als Bambus. Wer also regelmäßig Laub auf großen Flächen entfernt, kann durch leichtere Materialien Ermüdung vermeiden. Für schwere Arbeiten wie das Verteilen von Kies oder Bodenverbesserungsmittel ist allerdings ein stabiler Metallrechen vorzuziehen. Die Abstimmung zwischen Material, Gewicht und Einsatzzweck ist entscheidend für langfristige Zufriedenheit und Gesundheit.

Ein ergonomisch optimaler Stiel sollte leicht federnd sein, um den Aufprall beim Ziehen abzufangen. Bambusrechen erfüllen genau diesen Zweck: Das Material ist von Natur aus elastisch, thermisch stabil und aufgrund seiner Faserstruktur überraschend widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit – solange es gut getrocknet und geölt ist. Bambus besteht aus Lignin und Silika, was ihm hohe Zugfestigkeit verleiht. Diese Eigenschaften machen Bambus zu einer interessanten Alternative, besonders für leichtere Arbeiten.

Die Wahl des richtigen Rechentyps für die jeweilige Aufgabe ist deshalb entscheidend. Laubrechen mit breiter Form und flexiblen Zinken aus Bambus oder Kunststoff sind ideal für weiches Material und schonen den Rasen. Gartenrechen, auch Kultivatoren genannt, verfügen über kurze, starre Zinken aus Metall und lockern Erde oder verteilen Mulch und Kies. Heurechen mit langen, leichten Holz- oder Bambuszinken eignen sich optimal für großflächige Arbeiten in trockener Umgebung.

Diese Differenzierung wird in Baumärkten selten betont, obwohl sie den Unterschied zwischen präziser Arbeit und unnötiger Anstrengung ausmacht. Wer den falschen Rechentyp für eine Aufgabe verwendet, kämpft nicht nur gegen das Material, sondern auch gegen die Physik des Werkzeugs selbst.

Der Einfluss von Materialdicke auf die Lebensdauer

Ein Aspekt, der beim Kauf oft übersehen wird, ist die Materialstärke der Zinken und des Rechenkopfes. Fachleute aus dem Bereich Gartenausstattung weisen darauf hin, dass bei unlegiertem Stahl eine Faustregel von etwa zehn bis fünfzehn Jahren Lebensdauer pro Millimeter Materialdicke gilt. Diese Angabe stammt aus praktischen Erfahrungen mit Gartengeräten und Dekoelementen aus Metall und zeigt, wie stark die Dicke des Materials die Haltbarkeit beeinflusst.

Ein dünner Stahlrechen mit nur einem Millimeter Materialstärke kann demnach nach zehn bis fünfzehn Jahren durchgerostet sein, während ein dickerer Rechen aus demselben Material deutlich länger hält. Allerdings erhöht sich mit der Materialstärke auch das Gewicht, was wiederum die Handhabung erschwert. Hier zeigt sich erneut der Vorteil von Edelstahl oder verzinktem Stahl: Diese Materialien benötigen weniger Dicke, um dieselbe Haltbarkeit zu erreichen, da sie von vornherein korrosionsbeständiger sind.

Die Kombination aus Material und Dicke bestimmt also maßgeblich, wie lange ein Werkzeug tatsächlich nutzbar bleibt. Wer beim Kauf auf diese beiden Faktoren achtet, vermeidet Fehlkäufe und spart langfristig Geld. Doch selbst das beste Material nützt wenig, wenn die Pflege vernachlässigt wird.

Richtige Pflege: Die einfache Wissenschaft hinter Langlebigkeit

Edelstahl oder verzinkter Stahl reduzieren die Rostgefahr, aber sie eliminieren sie nicht vollständig. Entscheidend ist der Umgang nach der Arbeit. Metall und Holz reagieren sensibel auf Feuchtigkeit und Temperaturwechsel. Wenn man versteht, wie Wasser innerhalb des Werkzeugs interagiert, lassen sich Schäden vermeiden.

Nach jeder Nutzung sollten Schmutz, Pflanzenreste und Feuchtigkeit vollständig entfernt werden. Wird der Rechen feucht in der Garage gelagert, setzen sich kleine Elektrolytschichten auf dem Metall ab – mikroskopische Leitfilme, die elektrochemische Korrosion begünstigen. Das führt langfristig selbst bei Edelstahl zu sogenannten Teeflecken, kleinen bräunlichen Verfärbungen, die oft fälschlicherweise für echten Rost gehalten werden.

Trocknen an der Luft genügt nicht immer. Am effektivsten ist ein kurzes Abwischen mit einem Mikrofasertuch, gefolgt von einer hauchdünnen Öl- oder Wachsschicht. Produkte auf Basis von Pflanzenöl erfüllen denselben Zweck wie kommerzielle Sprays, ohne Umweltgifte zu erzeugen. Diese einfache Maßnahme bildet eine zusätzliche Barriere gegen Feuchtigkeit und verlängert die Lebensdauer spürbar.

Für Holzstiele empfiehlt sich Leinöl. Es durchdringt die Poren, reduziert Rissbildung und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit. Bei Bambus genügt ein leichtes Einreiben mit Kokosöl. Beide Öle sind natürlich, ungiftig und wirksam. Sie müssen nicht in großen Mengen aufgetragen werden – eine dünne Schicht, ein- bis zweimal jährlich erneuert, genügt.

Eine simple Routine, die kaum mehr als fünf Minuten beansprucht, verdreifacht die Lebensdauer eines Gartenwerkzeugs. Regelmäßigkeit ist entscheidender als Menge oder Spezialprodukte. Viele Gärtner unterschätzen diesen Faktor und investieren lieber in teure Werkzeuge, ohne die minimale Pflege zu leisten, die deren Potenzial erst ausschöpft.

Wirtschaftliche und ökologische Argumente für langlebige Gartenwerkzeuge

Ein billiger Rechen ist ein klassisches Beispiel für scheinbar kleine Kaufentscheidungen mit großer Umweltwirkung. Die Herstellung eines Metallwerkzeugs umfasst Schmelzen, Formen, Beschichten, Verpacken und Transport – alles energieintensiv. Je kürzer die Lebensdauer, desto häufiger dieser Herstellungszyklus.

Gartenbesitzer, die auf langlebige Materialien setzen, senken den ökologischen Fußabdruck messbar. Edelstahl ist nahezu vollständig recycelbar, während verzinkter Stahl oft im normalen Metallkreislauf wiederverwendet wird. Bambus wächst extrem schnell – unter optimalen Bedingungen bis zu einem Meter pro Tag – und bindet währenddessen CO₂. Diese Eigenschaft macht Bambus zu einer ökologisch vorteilhaften Alternative zu Kunststoff, dessen Herstellung auf fossilen Brennstoffen basiert.

Wirtschaftlich betrachtet entstehen Einsparungen in mehreren Bereichen. Reduzierte Ersatzkäufe bedeuten direkte Kostenersparnis, während weniger Zeitverlust durch Werkzeugbrüche die Gartenarbeit effizienter macht. Eine konstantere Arbeitsqualität erleichtert gleichmäßiges Verteilen von Erde oder Mulch, und präzise Arbeit sorgt für besseren Wasserabfluss und gleichmäßigere Bodenstruktur – was den langfristigen Werterhalt des Gartens sichert.

Im Grunde verhält sich die Wirtschaftlichkeit eines Werkzeugs wie Nachhaltigkeit in anderer Form: Es ist eine Frage konsequenter Effizienz. Wer heute 20 Euro mehr investiert, spart in zehn Jahren nicht nur Geld, sondern auch Ressourcen, Energie und Abfall. Diese Rechnung gilt für fast alle langlebigen Güter, doch beim Gartenwerkzeug wird sie besonders deutlich, weil die Unterschiede zwischen billig und hochwertig so unmittelbar erfahrbar sind.

Der unterschätzte Beitrag der Lagerung zu Lebensdauer und Hygiene

Viele Lagerfehler entstehen aus Platzmangel: Werkzeuge bleiben im Freien, lehnen an der Wand, liegen auf feuchtem Boden. Doch die Kombination aus Bodenfeuchtigkeit, Düngemitteldämpfen und Temperaturschwankungen schafft ein perfektes Korrosionsklima. Selbst hochwertiger Edelstahl kann unter solchen Bedingungen leiden, wenn Schmutz und Feuchtigkeit dauerhaft einwirken.

Die effektivste Lösung ist schlicht: Werkzeuge vertikal aufhängen. Haken oder Lochplatten an der Garagenwand verhindern, dass Feuchtigkeit sich an den Metallteilen sammelt. Zwischen den Stielen sollte ausreichender Abstand bleiben, um Luftzirkulation zu ermöglichen. Diese einfache Maßnahme reduziert Kontaktkorrosion und verhindert, dass sich Feuchtigkeit in Ritzen festsetzt.

Wer keinen geschlossenen Raum hat, kann einfache Abdeckhüllen aus atmungsaktivem, wasserabweisendem Gewebe verwenden. Auf keinen Fall sollten dichte Plastikfolien übergestülpt werden – unter ihnen kondensiert Feuchtigkeit und beschleunigt Rost. Atmungsaktive Materialien lassen Luft zirkulieren, während sie Regen und Tau abhalten.

Diejenigen, die ihren Rechen regelmäßig auch mit feuchtem Material wie nassem Laub oder Kompost verwenden, unterschätzen häufig die mikrobiologische Komponente: Organische Rückstände hinterlassen Sporen und Säuren, die Metalloberflächen angreifen und unangenehmen Geruch verursachen. Ein kurzes Abspülen mit milder Seifenlösung nach der Arbeit verhindert beides. Diese Reinigung muss nicht aufwendig sein – ein Eimer Wasser, etwas Seife und eine Bürste genügen.

Die Lagerung ist der am meisten vernachlässigte Faktor in der Werkzeugpflege. Dabei erfordert sie weder großen Aufwand noch teure Ausrüstung. Ein paar Haken, ein trockener Ort und die Gewohnheit, Werkzeuge nach Gebrauch zurückzuhängen – mehr braucht es nicht, um die Lebensdauer um Jahre zu verlängern.

Wann sich Bambusrechen als bessere Wahl erweisen

Für viele klingt Bambus zunächst nach Kompromisslösung, doch richtig verarbeitet ist er äußerst widerstandsfähig. Bambusfasern bestehen aus Lignin und Silika, was ihnen hohe Zugfestigkeit verleiht – vergleichbar mit Aluminium bei deutlich geringerem Gewicht. Diese Kombination macht Bambus nicht nur leicht, sondern auch elastisch und bruchfest.

In feuchten Klimazonen oder für Laubarbeiten auf empfindlichem Rasen ist Bambus unschlagbar. Er gleitet sanft über die Oberfläche, beschädigt keine Wurzeln und erzeugt kaum Reibung. Da das Material keine Kälte überträgt, ist es auch im Herbst angenehm zu handhaben. Wer schon einmal im Oktober mit einem eiskalten Metallstiel gearbeitet hat, weiß diesen Vorteil zu schätzen.

Aus ökonomischer Sicht übertrifft ein hochwertiger Bambusrechen viele billige Metallvarianten. Zwar kann Bambus nicht beliebig stark belastet werden – er ist nicht ideal für steinigen Boden oder schwere Erde –, doch innerhalb seiner Aufgabe hält er jahrelang, wenn er trocken gelagert wird. Die wichtigste Pflegemaßnahme besteht darin, Bambus nach Gebrauch abzutrocknen und gelegentlich mit Öl zu behandeln.

Bambus hat zudem einen Umweltvorteil, den Metall nie erreichen wird: Er speichert bei seinem Wachstum mehr Kohlendioxid, als seine Produktion später freisetzt. Kombiniert mit einem ergonomischen Griff aus Esche ergibt sich ein fast perfektes Verhältnis aus Gewicht, Stabilität und Umweltverträglichkeit. Für viele Aufgaben im Garten ist Bambus nicht die zweitbeste, sondern die beste Wahl.

Technische Entscheidungshilfe: Was wirklich zählt beim Kauf

Beim Kauf eines neuen Rechens lohnt sich eine systematische Prüfung von fünf Punkten:

  • Material der Zinken: Edelstahl oder verzinkter Stahl für dauerhafte Stabilität, Bambus für Leichtigkeit und Flexibilität.
  • Verbindung zwischen Kopf und Stiel: Verschraubung oder sauberer Schweißpunkt, kein schwacher Nietenverbund.
  • Griff und Länge: Ergonomisch angepasst an Körpergröße, idealerweise zwischen Hüfte und Brusthöhe.
  • Oberflächenbehandlung: Bei Holzstielen auf Öl- oder Wachsbeschichtung achten.
  • Nachhaltigkeit: Zertifizierte Materialien wie FSC-Holz, recycelter Stahl oder organischer Lack.

Viele Hersteller werben mit Schlagworten wie rostfrei oder industrial grade, ohne die tatsächliche Legierung zu nennen. Ein Blick in die Produktbeschreibung oder das Etikett lohnt sich. Die Bezeichnung Edelstahl 304 oder A2 weist auf ein hohes Maß an Korrosionsfestigkeit hin, während verzinkt darauf hindeutet, dass die Schutzschicht regelmäßig überprüft werden sollte.

Eine kleine, aber kaum bekannte Praxis unter professionellen Gärtnern: das Schleifen der Zinkenenden. Leicht abgerundete Spitzen verhindern ein Verhaken im Boden und reduzieren dadurch Belastung für Hände und Schultern. Diese Anpassung lässt sich mit einfachem Schleifpapier in wenigen Minuten selbst durchführen und verbessert die Handhabung spürbar.

Ein weiterer oft übersehener Punkt ist die Länge des Stiels. Ein zu kurzer Stiel zwingt zur gebeugten Haltung, ein zu langer erschwert die Kontrolle. Die optimale Länge lässt sich leicht ermitteln: Der Rechen sollte aufrecht stehend bis etwa zur Schulter oder Brust reichen. Wer im Laden steht, sollte das Werkzeug kurz in die Hand nehmen und eine Ziehbewegung simulieren – nur so lässt sich beurteilen, ob Länge und Gewicht passen.

Langfristige Kostenbetrachtung: Der versteckte Wert von Qualität

Die anfängliche Investition in ein hochwertiges Werkzeug schreckt viele ab. Ein Edelstahlrechen kostet oft das Drei- bis Vierfache eines einfachen Stahlrechens. Doch diese Betrachtung greift zu kurz, denn sie ignoriert die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer.

Ein Beispiel: Ein einfacher Stahlrechen für 12 Euro hält durchschnittlich zwei bis drei Jahre. Ein Edelstahlrechen für 35 Euro hält bei korrekter Pflege problemlos zehn bis fünfzehn Jahre. Über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren müssten beim billigen Modell fünf bis sechs Neuanschaffungen getätigt werden, was Gesamtkosten von 60 bis 72 Euro ergibt. Der Edelstahlrechen kostet in derselben Zeit einmalig 35 Euro.

Diese Rechnung berücksichtigt noch nicht die gesparte Zeit für Neukäufe, die vermiedene Frustration bei Werkzeugbruch mitten in der Arbeit und den ökologischen Gewinn durch reduzierte Produktion und Transport. Wer diese Faktoren einbezieht, erkennt schnell: Qualität ist nicht teurer – sie wird nur anders bezahlt.

Laut Erfahrungen aus dem Handel und von Langzeitnutzern hochwertiger Gartengeräte sind die Unterschiede in der Praxis noch deutlicher, als reine Zahlen vermuten lassen. Ein Werkzeug, das zuverlässig funktioniert, verändert die Art, wie man arbeitet. Man plant nicht mehr Puffer für Reparaturen ein, muss nicht ständig die Arbeitstechnik anpassen, um defekte Zinken zu kompensieren, und entwickelt über die Jahre ein Gefühl für das Werkzeug.

Warum der scheinbar banale Rechen Symbol wirtschaftlicher Vernunft ist

Ein Rechen ist kein Wegwerfprodukt. Seine Langlebigkeit steht sinnbildlich für eine Haltung, die technischen Verstand und Respekt vor Ressourcen verbindet. Zwischen glänzendem Edelstahl, verzinktem Stahl und schlichter Bambusstruktur entscheidet sich mehr als nur über persönliche Vorliebe – es ist eine kleine, alltägliche Entscheidung darüber, wie man besitzt, benutzt und pflegt.

Wer in Qualität investiert und korrekte Lagerung zur Routine macht, spart Geld, reduziert Abfall und vermeidet Frustration durch unzuverlässige Werkzeuge. Diese Routine muss nicht aufwendig sein. Fünf Minuten nach jeder Nutzung genügen: Schmutz entfernen, trocknen, aufhängen. Bei Bedarf einmal im Jahr mit Öl behandeln. Diese minimalen Maßnahmen reichen aus, um die Lebensdauer zu vervielfachen.

In der langen Bilanz der Gartenarbeit ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das zwei Jahre, und einem, das zwanzig Jahre hält, nicht nur materiell. Es verändert den Arbeitsrhythmus: weniger Unterbrechung, gleichmäßigerer Ablauf, höherer Respekt vor Material und Aufgabe. Wer mit einem Werkzeug arbeitet, das seit Jahren verlässlich funktioniert, entwickelt eine andere Beziehung zur Arbeit selbst.

Rostfreie Materialien, sorgfältige Pflege und bewusster Umgang mit Werkzeugen schaffen einen nachhaltigen Kreislauf zwischen Zeit, Geld und Umwelt. Der Rechen ist dafür das einfachste, aber vielleicht prägnanteste Beispiel. Er zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht kompliziert sein muss. Sie beginnt bei einfachen, alltäglichen Entscheidungen – bei der Frage, welches Werkzeug man kauft und wie man damit umgeht.

Nicht die spektakulären Anschaffungen verbessern die Gartenarbeit, sondern die leisen Optimierungen: ein Rechen, der Jahr für Jahr zuverlässig gleitet, weil jemand ihm nach jedem Gebrauch wenige Minuten Aufmerksamkeit schenkt. So entsteht die echte Einsparung – nicht durch Verzicht, sondern durch Verstehen. Wer die Zusammenhänge zwischen Material, Korrosion und Pflege begreift, trifft bessere Entscheidungen. Und diese Entscheidungen zahlen sich aus – finanziell, ökologisch und in der täglichen Arbeit.

Die Investition in einen hochwertigen Rechen ist mehr als der Kauf eines Werkzeugs. Es ist eine Investition in Kontinuität, in die Gewissheit, dass ein Gerät auch in zehn Jahren noch genauso zuverlässig funktioniert wie am ersten Tag. Diese Verlässlichkeit hat einen Wert, der sich nicht allein in Euro ausdrücken lässt. Sie bedeutet Ruhe, Effizienz und die Zufriedenheit, eine kluge Entscheidung getroffen zu haben.

Ein Rechen aus rostfreiem Material, korrekt gepflegt und sachgemäß gelagert, wird zur stillen Konstante im Garten. Er erfordert keine besondere Aufmerksamkeit, keine ständige Wartung, keine Ersatzbeschaffung. Er ist einfach da, funktioniert und erfüllt seinen Zweck – Jahr für Jahr, Saison für Saison. Das ist die eigentliche Einsparung: nicht weniger Geld ausgeben, sondern besser investieren. Nicht öfter kaufen, sondern einmal richtig. Nicht wegwerfen, sondern bewahren.

In einer Zeit, in der Konsumgüter zunehmend als austauschbar gelten, ist ein langlebiges Werkzeug ein leises Statement. Es zeigt, dass Qualität möglich ist, dass Dinge halten können und dass bewusste Entscheidungen Wirkung haben. Der Rechen – dieses unscheinbare, alltägliche Werkzeug – wird damit zum Symbol für einen anderen Umgang mit Besitz: achtsam, durchdacht und nachhaltig.

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